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Jetzt also doch – ein OHG

Posted in : Allgemein, Gadget, Grill on by : Frank Gillmeister

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Ich hatte mich hier ja schon einmal zum Hype rund um Oberhitzegrills (OHG) kritisch geäußert. Nun könnte man mir unterstellen, ich wäre eingeknickt, aber ich erkläre im Folgenden, wie das kam.

Eventuell Werbung

Zunächst einmal: ich habe das Gerät selbst bezahlt, und keinen Kontakt mit Händler oder Hersteller gehabt. Trotzdem könnte man auf die Idee kommen, dass dieser Beitrag Werbung enthält. Dann ist das eben so.

Wie es geschah

Man(n) ist immer die Summe seiner Erfahrungen. Nach dem Beitrag über OHG´s Anfang dieses Jahres ist so einiges passiert, das mich zum Nachdenken gebracht hat.

Da war zunächst einmal ein gegrilltes Entrecote, dass ich zunächst Sous Vide gegart hatte, und auf meinem Gasgrill gefinished habe. Der Kommentar der besten aller Ehefrauen war eher demotivierend: „Da ist mir zu wenig Kruste drauf.“

Dann gab es während unseres Urlaubs das Schnäppchen bei TEDI für 50,00 EUR – ein Preis, bei dem ich nicht mehr darüber nachdenke. Leider konnte ich nach meinem Urlaub kein Gerät mehr zu diesem Preis auftreiben. Aber der Keim war gesät…

Im September hatte ich nun einen runden Geburtstag, und habe dazu meine Freunde und Kollegen zu einem privaten Grillkurs angemeldet. Da stand dann natürlich ein Original-Beefer in der Pro-Version, und das war schon sehr beeindruckend. Und wie es halt so ist, bekommt man bei dieser Gelegenheit den einen oder anderen Groschen geschenkt, und so entschied ich mich, mir den 800°-OHG von Tepro bei Netto zu bestellen.

Und da ist er nun

Nach einer kurzen Lieferverzögerung ist der OHG nun letzte Woche hier angekommen. Am Samstag wurde es dann ausgepackt und eingeweiht.

Zunächst zum Lieferumfang: neben dem Gerät samt Druckminderer und Schlauch, findet man 2 Grillroste, 2 Schalen, eine Fettauffangwanne und den Griff für die Roste in der relativ großen Kiste.

Die Qualität der Teile ist dem Preis entsprechend angemessen. Die Roste sind nur auf einer Seite poliert, und ein paar Kanten hätten besser entgratet sein können. Nichts gefährliches, aber es gehört bei der Bewertung nun mal dazu. Irgendwo muss der Unterschied zwischen 99,00 EUR und 700,00 EUR für den Urvater aller OHG´s ja herkommen.

Weil er wahrscheinlich öfters verloren geht, hat der Hersteller 2 Bedienknöpfe für die Gaszufuhr/Zündung beigelegt.

Der Grill ist bis auf den Schlauch und Druckminderer soweit vormontiert, man muss zusätzlich nur den Knopf für den Gasregler aus Kunststoff auf den Grill stecken, und eine AA-Batterie (nicht im Lieferumfang) in die Zündung stecken. Ich habe den Schlauch an beiden Seiten handfest angezogen. Das reicht meiner Ansicht nach aus. Wer noch mehr auf Nummer sicher gehen will, sucht sich im Werkzeugkeller den passenden Schraubenschlüssel und zieht die Muttern richtig an.

Wie bei Gasgrills Standard, sind es alles Linksgewinde. Gasflasche angeschlossen, Dichtigkeit geprüft und schon geht es ans Ausbrennen der Produktionsrückstände. Dachte ich. Leider hörte ich den Zündfunken, aber nicht das typische Geräusch, wenn ein Infrarotbrenner zündet. Nach mehreren vergeblichen Zündungen bin ich dann auf den Trick gekommen. Entgegen dem normalen Gasgrill, so bei größter Einstellung gezündet wird, ist es beim OHG die kleinste Gaszufuhr, die Erfolg verspricht. Allerdings muss erst etwas Gas über den Brenner geströmt sein, bevor die gesamte Fläche in zunächst blassem Orange erstrahlt, und eine deutliche Hitze aus dem Grill kommt. Nach wenigen Augeblicken leuchtet der Brenner dann sehr stark, und man sollte nicht mehr ungeschütz in die Nähe der Öffnung kommen.

Der erste Test des OHG

Am Abend war es dann soweit. Wie es sich gehört, mit einem Rindersteak. Also wieder die Prozedur mit dem Anzünden (ein Kollege bestätige mir inzwischen, dass es ein Anfangsthema sei und nach einigen Verwendungen deutlich besser wird), 5 Minuten aufgeheizt (der Hersteller spricht von 2 Minuten, aber sicher ist sicher), und dann los. Die Wirkung der Oberhitze setzt hörbar sofort an, und der Blick ins Innere offenbart die Hölle, die sich da abspielt. Tatsächlich ist eine Seite in 60-90 Sekunden komplett karamellisiert, und das Fleisch kann gewendet werden. Weitere 60-90 Sekunden muss es raus, sonst produziert man nur noch Kohle. Nun wird die Gaszufuhr reduziert (ich war bei ca. 1/3), und man legt das Fleisch zum Garziehen in eine der mitgelieferten Schalen. Da kann das Stück in aller Ruhe bis zum gewünschten Garpunkt durchziehen, den ich mit einem Einstechthermometer kontrolliert habe. Unsere Steaks waren nicht übermäßig dick, das hat dann nur ca. 5 Minuten gedauert.

Zugegeben: weder Größe noch Qualität des Fleisches waren so, wie ich es bei einem genußvollen Steak gerne hätte. ABER: für die durchschnittliche Qualität hat mich das Ergebnis wirklich voll überzeugt. Hätte ich nicht gedacht. Ich würde dem Steak vielleicht nicht die Gold- oder Silbermedaille verleihen, für Bronze hat es aber allemal gereicht. Und es ging ja auch zunächst ums Üben, und was wäre schlimmer, als ein gutes Dry-Aged-Steak in das teuerste Brikett des Jahres zu verwandeln?

Fazit

Nein, ich bereue den Kauf nicht. Dieser OHG ist wahrscheinlich nicht der Mercedes, sondern eher der Golf in seiner Klasse, aber das Prinzip überzeugt. Und weil es wesentlich schneller geht als z.B. Caveman- oder AZK-Style, hat man mehr Zeit, sich mit seinen Gästen zu beschäftigen.

Ein Gadget sollte immer auch einen Nutzen haben. Ich denke, die Zeitersparnis, sowie das wirklich gute Ergebnis zeigen den Nutzen auf. Und bei dem Preis kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

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