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Grillen vs. BBQ – Eine Frage der Einstellung

Posted in : Allgemein, Mythen on by : Frank Gillmeister

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Nun, wenn man als Blogger unterwegs ist, bewegt man sich ja viel im Netz, in den unterschiedlichen Social Media Plattformen.

Ich bevorzuge im Moment Facebook, einfach weil ich es am längsten nutze, und die Community am größten ist. Ich bin also Miglied in einigen Grillgruppen, und da kann man Sachen erleben…

Social Media – ein Paralleluniversum

Immer wieder gerne genommen: der Unterschied zwischen Grillen und BBQ. Tatsächlich könnte man auf die Idee kommen, dass das BBQ das klassische Flachgrillen abgelöst hat. Jeden Tag sieht man Bilder vom „ersten Versuch“ Pulled Pork, Spare Ribs oder ahnlichen Low-and-Slow-Jobs, sodass man den Eindruck bekommen könnte, niemand legt mehr eine Bratwurst oder ein mariniertes Nackensteak auf.

Das Einzige, was von Flachgrillern akzeptiert wird, sind hochwertige Fleischzuschnitte, natürlich, und nur dort in Perfektion, auf dem mindestens 2.000,00 EUR teuren Broil-Weber-Napoleon-Kamado.

15299 / Pixabay

Fast schon verschämt mischt sich dann ab und zu die Frage unter das hochqualifizierte Grillervolk, ob es denn auch noch Gruppenmitglieder gibt, die einfach nur auf einem billigen Standgrill leckere Rezepte vergrillen. Gefolgt von meist „gutgemeinten“ Antworten, natürlich hätte man auch mal so angefangen, und dann sehr schnell gemerkt, dass das den eigenen Ansprüchen nicht genügt, und dann entweder den unbedingt notwendigen, oben erwähnten Multi-Euronen-Grill, oder gar den mindestens 350kg schweren, in mehreren hundert Stunden in Eigenregie gebauten Smoker benötigt habe, um der eigenen Kreativität gerecht zu werden.

Alles nur heiße Luft – im wahrsten Sinne des Wortes

Wie Du meiner Wortwahl entnehmen kannst, kann ich mit solcher Selbstbeweihräucherung herzlich wenig anfangen. Der Mensch neigt leider dazu, in Kategorien zu denken. Man kann das abstellen, aber dann hätte man vielleicht ein schlechteres Gefühl dabei.

Wenn ich durch meinen Stadtteil gehe, sehe ich komischerweise keinen einzigen Smoker rumstehen, und es riecht auch nicht danach. Ab und zu riecht man zwar Rauch, aber dann hat der Nachbar seinen Kamin angezündet – oder es brennt irgendwo. Aber immer wieder zieht der verführerische Duft gegrillter Würstchen in die Nase. Das Grillen ist also nicht tot, ganz im Gegenteil.

tookapic / Pixabay

Natürlich ist es schön, wenn man es sich leisten kann, viel Geld für Grills, Küchengeräte etc. auszugeben. Man darf das auch zeigen. Aber meiner Ansicht nach muss man immer im Kopf haben, dass es viele Menschen gibt, die sich solche Spielzeuge nicht leisten können, sondern eben nur die zusammengeschusterte Küche oder den 30-Euro-Campinggrill. Aber auch diese Menschen haben Geschmack, und für das, was sie sich mit relativ geringem Geldeinsatz an leckeren Essen zubereiten, allen Respekt verdient.

Und seien wir mal ehrlich: wenn man nicht auf Festen als Caterer auftritt – wie oft macht man denn so im Jahr Long Jobs? 2 bis 3 Mal vielleicht. Der Rest ist dann nichts anderes als Flachgrillen. Ich habe auch ehrlich gesagt keine Lust, mir jede Woche eine Nacht um die Ohren zu schlagen, um die Temperatur zu überwachen und Wasser nachzuschütten. Ich habe schließlich auch noch einen Full-Time-Job, und Kochen und Grillen ist nur eine meiner Freizeitaktivitäten. Auch dieser Blog muss dem nachstehen.

Kochen und Grillen ist nicht digital

Grillen ist für mich Gemeinschaft, es ist das gesellige Beisammensein mit Familie und Freunden, ab und zu auch „nur mal eben so“. Welches Werkzeug ich benutze, entscheide ich nach Lust und Laune, oder nach der besseren Eignung. Ich habe nun mal das Glück, wählen und entscheiden zu können. Und bei Sche…wetter bin ich in der Küche, basta. Da gibt es Eisenpfannen und einen Backofen, da kann ich bis auf Räuchern so ziemlich alles zubereiten, was sonst auf dem Grill landet.

Grillen, BBQ, Braten oder Kochen ist für mich keine Glaubensfrage. Es soll am Ende schmecken, die Lebensmittel werden mit dem gebotenen Respekt behandelt, und zu vielseitigen Kreationen zusammengestellt. Da bleibt wenig Platz für größer, teurer, besser.

Liebe Griller: schämt euch nicht dafür, dass ihr nicht mit dem neuesten und teuersten Gerät arbeitet. Seid vielmehr stolz auf Eure Kreativität, zeigt den Luxus-BBQern, was ´ne Harke ist, und dass auch der teuerste Grill aus Scheiße kein Gold machen kann.

Just my two cent.

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