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Social Media und BBQ – Im Lande nichts Neues?

Posted in : Allgemein, Mythen on by : Frank Gillmeister

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Ich habe ja bereits in der Vergangenheit den einen oder anderen Hype zum Thema Grillen und BBQ kommentiert. In Zeiten von Influencern in Social Media wird es meiner Meinung Zeit, das zu beleuchten.

Wie in jeder anderen Lebenslage, verursacht auch die immer größer werdende BBQ-Gemeinde einen Hype nach dem Anderen. Und wie immer gibt es überzeugte Jünger, die jeden Hype als die Antwort auf alle Fragen nehmen, und diejenigen, die sich fragen, wie die Menschheit es ohne dieses Gadget überhaupt ins dritte Jahrtausend schaffen konnte. Zugegeben, ich gehöre eher zu Letzteren.

Ich bin in der komfortablen Situation, mir als nicht kommerzieller Blogger eine unabhängige, nicht von geliehenen oder geschenkten Artikeln beeinflusste Meinung bilden zu können. Und das ist auch gut so.

Meinungsbildung in Social Media – und ihre Auswüchse

Einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg von Innovationen haben heute Social-Media-Kanäle. In der BBQ-Szene sind dies insbesondere die Videos auf den großen nationalen und internationalen YouTube-Kanälen. Instagram spielt da noch die kleinere Rolle, und Facebook dient eigentlich nur noch als Mitteilungsplattform für neue Videos oder neue Artikeln auf den eigenen Blogs.

Bovor nun jemand noch Twitter, Snapchat und Co. ins Spiel bringt: die nutze ich nicht. Und sie interessieren mich im Grunde auch nicht. Aber die spielen natürlich auch eine Rolle in dem Spiel. Es ist grundsätzlich egal, welchen Dienst man meint. Die Mechanik ist immer identisch.

Ich bin regelmäßig auf den erstgenannten Kanälen unterwegs. Und hierbei fällt mir in letzter Zeit eine allgemeine Kreativlosigkeit der führenden Meinungsbildner auf. Gerne wird hier der 250te Burger in der „unbedingt-nachmachen“-Version durchgewolft. Dort wird das beste und teuerste Fleisch auf jedem nur verfügbaren Grillsportgerät „auf den Punkt“ gegart, nur um anschließend in kamerawirksame „Tranchen“ geschnitten zu werden, die nichts anderes können, als nach 2 Minuten so kalt zu werden, als wären sie nie auf dem Grill gewesen.

Quo Vadis?

Kreativität ist im Moment offenbar Mangelware. Mag es am noch nicht überall komplett ausgebrochenen Frühling liegen, an anderen Verpflichtungen, oder aber vielleicht auch daran, dass man eher auf Nummer sicher gehen möchte? Ich weiß es nicht.

Dabei will ich doch eigentlich Neues entdecken. Neue Rezepte, die sich mit überschaubarem Aufwand auch bei mir zu Hause nachvollziehen lassen. Neue Produkte, die wirkliche eine Innovation darstellen.

Wie die meisten Menschen, die ich kenne, habe ich nur begrenzt Platz. Eine grilltechnische Vollausstattung ist schon vom Platzbedarf ausgeschlossen. Aber warum muss nun jeder irgendwann mir einen OHG zeigen? Oder neuerdings die Feuerplatte, in der Vergangenheit den Keramik-Grill? Oder warum wird der Kohle-Griller diskriminiert, nur weil einer, der Videos macht, die Gas-Vollausstattung eines amerikanischen Produzenten sein eigen nennt? Wo soll das enden? Das sich jeder einen Braaj-Grill auf den Balkon stellt? Dazu immer die obligatorischen, allerdings auch verpflichtenden Hinweise auf „Produkplazierungen“ oder „Dauerwerbesendung“.

Nur ein guter Rat

Liebe Blogger und Kanalbetreiber: auch wenn ihr immer das Gegenteil betont – ja, ihr macht Werbung. Nein, ihr seid nicht unabhängig. Vielleicht, wenn ihr feststellt, dass ein Produkt nichts taugt, und ihr den Beitrag gar nicht erst veröffentlicht. Der edle Spender will ja nicht brüskiert werden, weil das nächste „zur Verfügung gestellte“ Produkt ja eventuell viel besser wird, und damit Klicks und somit Kohle gezogen werden könnten.

Bitte, liebe Kanalbetreiber, tut Euch und euren Followern den Gefallen, und seid ehrlich. Jemand, der nicht für ein Produkt bezahlen muss, ist niemals unabhängig. Die Unternehmen, die Euch Produkte zur Verfügung stellen, tun das ja nicht aus karitativen Beweggründen, sondern weil sie sich von Euch Werbung versprechen. Somit verkauft ihr zumindest Euren Namen und euren Ruf in der Community.

Macht weniger Werbung, sondern besinnt Euch wieder darauf, weshalb ihr so viele Abonnenten habt. Wegen Eurer Kreativität, wegen einfach nachzumachender Grillgerichte mir „Wow-Effekt“. Und dazu bietet sich Social Media doch geradezu an, oder?

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